CNC-Maschine? Wozu?

CNC-Maschine konstruiert mit Fusion360

CNC-Maschine konstruiert mit Fusion360


CNC Maschine konstruiert mit Fusion360

Diese Frage höre ich regelmäßig von Freunden und Bekannten. Wer baut sich schon eine CNC-Maschine? Ziemlich exotisch das Ganze! Tatsächlich kam der Gedanke bereits vor mehr als fünf Jahren, als ich auf Youtube Videos von den ersten DIY(Do It Yourself) CNC-Maschinen gesehen habe. Damals hat mich eher das Thema eher aus Richtung „einfach mal machen“ interessiert. Eine konkrete Anwendung hatte ich damals nicht und so habe ich das Thema nicht weiter verfolgt.

Das hat sich grundlegend geändert. Inzwischen habe ich mich zu einer Art Hobbyschreiner entwickelt. So sehr ich das Arbeiten mit Holz auch liebe und so gut meine Geräte auch sind, gibt es Tätigkeiten, die ich nicht in der Genauigkeit ausüben kann wie ich es mir wünsche. Oder sie sind eher lästig als spaßig. Oder beides. An diesen Stellen soll mir eine DIY CNC-Maschine helfen. Also nahm der Gedanke zum Bau einer eigenen CNC-Maschine konkrete Form an und mein Lastenheft füllte sich. Dazu aber später mehr.

Welche Gedanken sind im Vorfeld wichtig?

Der Bau einer CNC-Maschine ist relativ kostspielig. Daher solltest du dir ein paar Gedanken machen, bevor du bezüglich eines Bauprojektes eine Entscheidung fällst.

  • Platzbedarf

    Die Maschine ist schwer und relativ immobil. Hast du den Platz, die Maschine permanent an einem Platz unterzubringen?

  • Lärm

    Lebst du in einem freistehenden Einfamilienhaus? Prima! Dann musst du dich nur mit deiner Familie abstimmen. Alle anderen brauchen geduldige Nachbarn, denn auch für den Betrieb deiner CNC-Maschine gelten dieselben Regeln wie für alle Holzarbeiten: Der Betrieb ist einfach laut. Und gerade deine CNC-Maschine wird deine Werkstücke in einem längeren Dauerbetrieb bearbeiten.

  • Einsatzgebiet

    Wozu brauchst du die CNC-Maschine wirklich? Was willst du damit herstellen oder bearbeiten? Gehen dir nach zwei gefrästen Türschildern schon die Ideen für weitere Projekte aus? Außerdem ist diese Frage entscheidend für die Größe und Art der Maschine.

  • Geschicklichkeit

    Bist du in der Lage, eine Maschine für deine Bedürfnisse zu planen, das nötige Material zu beschaffen und es anschließend zusammenzubauen? Lautet eine der Antworten „nein“ wirst du auf eine fertige Maschine zurückgreifen müssen – das treibt den Anschaffungspreis deutlich in die Höhe.

  • Geld

    Selbst eine DIY CNC-Maschine ist kein Schnäppchen. Hast du die Finanzmittel, um die Materialrechnungen zu bezahlen? Ist die Maschine es dir wirklich wert? Erstelle nach der Planung eine Liste aller Kosten und entscheide dann.

Die Entscheidung ist gefällt. Und nun?

Spätestens wenn du die Entscheidung getroffen hast, eine DIY CNC-Maschine zu bauen, wird es Zeit, sich über die Größe und Form des Gerätes Gedanken zu machen. Hierfür gibt es verschiedene Quellen, die du bemühen kannst, um die ersten Ideen zu entwicklen. Ich will an dieser Stelle nur einige wenige Anregungen geben.

GrabCad

Youtube

Facebook

Foren/Homepages

Bist du an diese Stelle des Textes gekommen und du den einen oder anderen oben genannten Link verfolgt hast, sollte dir klar sein, dass das Thema CNC viel Zeit beansprucht und es als eigenes Hobby zu sehen ist. Bei meinen ersten Recherchen zu dem Thema habe ich in einem Forenbeitrag mal gelesen, dass der Erbauer seiner Maschine zwei Jahre für Planung und Realisierung gebraucht hat. Ich musste darüber lächeln. Wie kann man so lange Zeit für den Bau einer vermeintlich einfachen Maschine brauchen? Das war Mitte 2014. Nun ist März 2016 und meine Maschine ist immer noch nicht ganz fertig…

Das Lastenheft

Zurück zu meinem Lastenheft: was wollte (und will) ich mit meiner Maschine alles machen:

  • Verfahrensweg

    Ziel ist es, ganze Unterschranktüren im 60er Maß zu bearbeiten. Daher bekommt die Maschine ein Verfahrensweg von 1000 x 800mm

  • Genauigkeit

    Die Ergebnisse sollen so genau wie möglich gearbeitet und reproduzierbar sein. Eine Genauigkeit von 0,03mm/10cm wird angestrebt.

  • Erweiterbarkeit

    Sicherlich steht zunächst das Fräsen von Werkstücken im Vordergrund. Dennoch sind Erweiterungen wie beispielsweise eine Lasereinheit oder ein 3D-Druckkopf denkbar. Die Konstruktion muss diese Möglichkeiten berücksichtigen.

  • Standardkomponenten

    Verlässlichkeit und im Bedarfsfall geringe Reparaturkosten sind Pflicht. Beides erreicht man durch die Verwendung von Standardkomponenten in allen Maschinenbereichen, angefangen vom Aluprofil bishin zum Zahnrad.

  • Werkstoffe

    Als Werkstoffe soll hauptsächlich Holz, aber auch Kunststoffe und Aluminium verarbeitet werden. Die Verarbeitung von Stahl gehört nicht in das Einsatzgebiet von der Maschine.

  • Mobilität

    Trotz ihres recht hohen Eigengewichtes soll die CNC-Maschine innerhalb des Werkraumes bewegt werden können, um auch längere Werkstücke verarbeiten zu können. Dazu muss der Tisch mit Rollen versehen werden. Zur zusätzlichen Stabilität des Tisches während des Betriebs muss gesorgt werden.

  • Sonstiges

    Die Auflagefläche soll nach vorn und hinten offen sein, um längere Werkstücke platzieren und verarbeiten zu können.

Wie sieht deine Maschine aus? Welche grundlegenden Gedanken hast du dir vor dem Bau gemacht? Ich würde mich über einen Kommentar freuen.

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